Depesche September/Oktober 2022

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
hier kommt die Museumsdepesche für die Monate September und Oktober 2022.

Tag des offenen Denkmals

Am zweiten Sonntag im September ist in Tettnang Bähnlesfest – und bundesweit der Tag des offenen Denkmals.
Das Elektronikmuseum bot an diesem Tag bei freiem Eintritt den ganzen Nachmittag über Spezialführungen an.
Immerhin 75 Gäste kamen dazu ins Elektronikmuseum!
Danke an alle Helfer!

Zwanzig Jahre Elektronikmuseum

Der Einladung zum Vereinsjubiläum am 8. Oktober 2022 im Gasthof Kreuz in Tannau folgten 39 Mitglieder und Gäste.
Persönliche Treffen sind gerade jetzt nach der Corona-Zeit außerordentlich wichtig fürs aktive Vereinsleben.
In einem etwa 30-minütigen Bildervortrag sprach ich zusammen mit Richard Kurz unter anderem von den Anfängen, als Karl Pusch die Idee zu einem Elektronikmuseum hatte – und diese auch umsetzte.
Karl war ein unglaublicher Macher: „Man muss tun!!!“ hallte es oft durchs Museum!
Besonders hervorgehoben wurde die Kinder- und Jugendarbeit, aus Sicht des Vorstands mit eine der wichtigsten Aufgaben unseres Fördervereins.
Beim und nach dem Essen wurden unter den Gästen eifrig Erfahrungen ausgetauscht.
So soll's sein!

Jahreshauptversammlung am 24. Oktober 2022

Wir hielten die diesjährige Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal des Gasthofs Bären ab, da dieser Raum großzügig ausgelegt ist und man dort besser auf eventuelle Corona-Beschränkungen hätte eingehen können.
Nach Begrüßung und Totengedenken folgte der Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden, der mit Danksagungen an alle Mitglieder und Freunde des Fördervereins endete.
Anschließend folgten die Berichte des Schatzmeisters und der Kassenprüfer, die eine hervorragend geführte Kasse bescheinigten.
Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig entlastet.
Nach der Wahl der Kassenprüfer und Ersatzkassenprüfer folgten noch ein paar Punkte „Verschiedenes“ wie zum Beispiel zu Förderprogrammen durch fremde Organisationen und Stiftungen oder zum Thema Barrierefreiheit.
Der Termin für die Jahreshauptversammlung 2023 mit Wahlen wurde auf Ende Februar/Anfang März festgesetzt, dem Zeitpunkt, an dem sie vor der Corona-Pandemie stattgefunden hat. Voraussetzung natürlich, dass die dann geltenden Corona-Beschränkungen die Versammlung zulassen.
Nach gut zwei Stunden konnte die Versammlung erfolgreich geschlossen werden.

Das Museum in der Presse

Am 13. Oktober erschien ein Bericht mit Bild zum Vereinsjubiläum.
Frei zu lesen unter https://www.schwaebische.de/landkreis/bodenseekreis/tettnang_artikel,-20-jahre-elektronikmuseum-_arid,11563131.html.

Historisches

  • Vor 500 Jahren, am 3. Oktober 1522, erschien in Erfurt das zweite Buch von Adam Ries, in dem das Rechnen auf Linien und mit Dezimalzahlen beschrieben wurde.
    Das Buch wurde jahrzehntelang gedruckt.
    Mehr beim Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums unter
    https://blog.hnf.de/500-jahre-nach-adam-riese/.
  • Seit 200 Jahren lesbar: Die ägyptischen Hieroglyphen!
    Das wurde möglich dank des 1799 gefundenen Steins von Rosette oder Raschid, wie der Ort in Landessprache heißt: Auf dem 2218 Jahre alten Stein ist der sinngemäß gleiche Text in dreierlei Sprachen eingemeißelt.
    Am 27. September 1822 stellte der Philologe Jean-François Champollion in Paris erste Ergebnisse seiner Entschlüsselung vor.
    Mehr beim HNF-Blog unter https://blog.hnf.de/vor-200-jahren-die-hieroglyphen-werden-lesbar/.
    Was hat das nun mit Elektronik zu tun?
    Nun, die Entschlüsselung hat viel mit Kryptologie zu tun, ein Fachbereich der Mathematik, der im heutigen Internetzeitalter eine sehr entscheidende Rolle spielt: Schließlich sollen vertrauliche Nachrichten verschlüsselt durchs Netz übertragen werden.
    Kryptologen heißen die Fachleute, die sich mit solchen Verschlüsselungsmethoden beschäftigen.
  • Vor 175 Jahren, am 1. Oktober 1847, gründete Werner von Siemens zusammen mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske in einem Berliner Hinterhof die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“.
    Heute würde man von einem „Start-Up“ sprechen, das inzwischen zu einem Weltkonzern namens Siemens AG geworden ist.
    Ein sehr schöner Bericht dazu findet man beim Bayrischen Rundfunk unter https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/175-jahre-siemens-mit-erfindergeist-zum-weltkonzern,TIdCRcO.
    Der Bericht beginnt mit dem Siemens-Archiv in München, in dem 15.000 (!) Produkte von Siemens gelagert sind – alles findet sich hier: Zeigertelegrafen, Rasierapparate, Waschmaschinen, Röntgenapparate und ein historisches Elektroauto. Alles querbeet!
    Ich selbst war bereits zusammen mit Karl Pusch im Archiv, als wir einen Zeigertelegrafen aus dem Archiv für unsere Sonderausstellung zum Thema ausgeliehen hatten.
    Sehr, sehr beeindruckend!
    Klar findet wurde auch die Siemens-Homepage zum Jubiläum erweitert:
    https://www.siemens.com/de/de/unternehmen/konzern/geschichte/unternehmen/1847-1865.html.
  • Vor 100 Jahren, am 18. Oktober 1922, wurde die British Broadcast Corporation gegründet, kurz BBC.
    Ein sehr ausführlicher Bericht dazu findet sich auf der Website des Deutschlandfunks unter https://www.deutschlandfunk.de/100-jahre-bbc-100.html.
    Auch eine Jubiläums-Website der BBC (englisch) gibt es unter https://www.bbc.co.uk/100.
    Hier erfährt man unter anderem, dass 1967 mit BBC2 der erste Farbfernsehsender Europas in Betrieb gegangen ist.
    Leider sind die Videos nur innerhalb Großbritanniens freigeschaltet.
  • Ebenfalls vor 100 Jahren, am 17. September 1922, wurde mit „Der Brandstifter“ der erste längere Tonfilm gezeigt, und zwar in einem Berliner Kino.
    Erfinder waren Joseph Engl, Joseph Massolle und Hans Vogt, die den Ton in sogenannter Sprossenschrift auf den Film brachten – der Ton wird dabei durch unterschiedlich helle Bereiche zwischen den Bildern und den Transportlöchern des Films aufgebracht.
    Mehr dazu unter https://blog.hnf.de/wie-der-ton-in-den-film-kam/.
    Später setzte sich beim Lichtton die Zackenschrift durch: Die Ton-Information steckt dabei in unterschiedlich breiten weißen Bereichen, die durch schwarze Bereiche begrenzt sind.

ARD Retro in der Audiothek – Hörfunk von gestern

Seit dem 27. Oktober 2022 hat die Mediathek ARD Retro eine Schwester bekommen:
ARD Retro in der Audiothek!
Diese wird momentan mit historischen Beiträgen befüllt.
Link: https://www.ardaudiothek.de/rubrik/retro/74928578/.

Eine Einführnung zu hören gibt es unter https://www.ardaudiothek.de/episode/deutschlandradio-retro-deutschlandfunk/ard-retro-hoerfunk-von-gestern-oder-neue-rubrik-entdecken/deutschlandfunk/12043549/.
Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Beiträge!

ARD Retro

Unter den vielen Filmen, die man mittlerweile in ARD Retro findet, stach mir dieser hier besonders ins Auge:
https://www.ardmediathek.de/video/rbb-retro-berichte-dokus-reportagen/ein-arbeitstag-im-sender-freies-berlin/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi5kZS9iZXJpY2h0ZS1kb2t1cy1yZXBvcnRhZ2VuLzE5NjEtMDEtMDFUMTI6MDA6MDBfNzUwZGE0N2EtMmRiNy00MTcwLThhMWQtODY2ZDJiODhkZmUzL3JldHJvXzE5NjEwMTAxX2VpbmFyYmVpdHN0YWdpbVNlbmRlckZyZWllc0Jlcmxpbg.
Der Beitrag von 1961 ist gut 50 Minuten lang und beschreibt einen Arbeitstag im Sender Freies Berlin.
Sehr beeindruckend ist der immense Aufwand, der damals betrieben wurde!

Wer in Berlin ist: Ein Besuch des historischen, noch immer in Betrieb befindlichen Haus des Rundfunks in der Masurenalle lohnt sich sehr!

SRF Archiv

Für die Recherchen zu dieser Depesche habe ich auch im Archiv des Schweizer Fernsehens gekramt und bin auf diese 20 Jahre alte Ausgabe von Menschen-Technik-Wissenschaft (MTW) vom 17. Oktober 2002 gestoßen, wo ab Minute 21 ein Bericht über Computerarbeitsplätze für Blinde enthalten ist:
https://www.srf.ch/play/tv/mtw/video/computerarbeitsplatz-fuer-blinde?urn=urn:srf:video:db67008c-93c0-4811-b01a-e6930ada736d.
Sehr interessant dabei ist, wie man eigentlich dem Computer das Reden beigebracht hat.
Im Anschluss geht es um die Sprachausgabe im „Natel“, wie das Mobiltelefon in der Schweiz heißt.
Bemerkenswert finde ich den Hinweis auf ein fehlendes einheitliches Betriebssystem in Handys, und dass man damals noch für Nokias Betriebssystem Symbian die größte Zukunft gesehen hat.

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum,
Rainer Specker
1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Depesche August 2022

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
hier kommt die Museumsdepesche für August 2022.

Tag des offenen Denkmals am Bähnlesfestsonntag, 11. September 2022

Am Tag des offenen Denkmals ist das Museum von 14:00 bis 18:00 geöffnet, der Eintritt ist frei.
Eingang bitte nur über die Kasse, da wir die Besucher zählen!
Das gilt auch für Mitglieder!
Wer unseren Besuchern zur Vorführung von Geräten zur Verfügung stehen möchte, ist herzlich willkommen, das zu tun.
Lötaktion ist keine geplant, es geht nur darum, mal das eine oder andere Gerät laufen zu lassen und ein paar Worte dazu zu sagen.
Es sollten stets drei bis vier Mitglieder im Museum sein.
Auf das Erstellen einer Doodle-Umfrage habe ich dieses Mal verzichtet – ich denke, das bekommen wir mit kurzfristiger Absprache hin.
Bitte lasst mich nicht den ganzen Tag alleine um die Besucher kümmern.

Jahreshauptversammlung

Sobald der Termin feststeht, werden rechtzeitig Einladungen an alle Mitglieder verteilt.
Sie wird Anfang Oktober stattfinden.

Historisches

  • Vor 325 Jahren, am 22. August 1647, wurde Denis Papin in Chitenay im Tal der Loire geboren.
    Er war unglücklicher Erfinder: Er erfand alles Mögliche, was mit Dampf, Vakuum und Druck zu tun hatte, wie einen Dampfkochtopf, einen Raddampfer oder ein U-Boot. Und eine Pumpe für die Wasserspiele in Kassel.
    Er war so vom Pech verfolgt, dass irgendwie jede Vorführung schief lief – und er, eigentlich Professor, schließlich verarmt und einsam starb.
    Mehr zu Denis Papin kann man beim Deutschlandfunk unter
    https://www.deutschlandfunk.de/denis-papin-erfinder-geburtstag-100.html
    nachlesen bzw. -hören.
  • Vor 100 Jahren, am 3. August 1922, wurde auf dem kleinen Radiosender „WGY“ im amerikanischen Städtchen Schenectady (NY) das erste Radiohörspiel ausgestrahlt.
    Gesendet wurde das Theaterstück „The Wolf“ in einer speziellen Radiofassung.
    Mehr dazu beim Deutschlandfunk unter
    https://www.deutschlandfunk.de/radio-theater-the-wolf-usa-radiohoerspiel-100-jahre-100.html
    An dieser Stelle ein Buchtipp:
    Wer eines der seltenen Exemplare des "Hörspiel-Vademekum" von Andreas Meyer und Ekkehard Drechsel bekommt, hält ein hervorragendes Werk über Hörspiele in den Händen!
  • Vor 75 Jahren, vom 18. August bis 7. September 1947, fand die erste „Export-Messe“ in Hannover statt – heute: Hannovermesse.
    Beim Deutschlandfunk findet man einen schönen Artikel darüber:
    https://www.deutschlandfunk.de/exportmesse-hannover-100.html
    Kurios:
    Im Artikel steht, dass bereits für die erste Hannovermesse „Messe-Muttis“ privat Zimmer an Messegäste vermieteten.
    Das gibt es bis heute – wenn die Hannovermesse läuft, sieht man in ganzen Siedlungen kein einziges Kind, weil die Kinderzimmer vermietet sind.
    Ich habe schon oft in einem solchen Zimmer geschlafen, bei vorzüglicher Verpflegung!
  • Vor 70 Jahren: In der letzten Depesche stellte ich ein Video aus ARD Retro mit einem kuriosen Roboter vor, der mit schweizerdeutsch angehauchtem Dialekt sprach.
    Derselbe Entwickler meldete am 11. August 1952 einen Roboter zum Patent an, der selbstständig Prospekte verteilt. Im HNF-Blog findet man mehr darüber:
    https://blog.hnf.de/der-patentierte-roboter/
  • Kunst und Computer:
    Vor 60 Jahren, am 28. August 1962, erstellte der Ingenieur Michael A. Noll, geboren in Newark (Nahe New York), die erste künstlerische Computergrafik.
    Wie solche erste Computergrafiken aussahen, kann man beim HNF-Blog nachsehen:
    https://blog.hnf.de/die-geburt-der-computerkunst/
  • Sport und Elektronik:
    Vor 50 Jahren, am 26. August 1972, starteten in München die Olympischen Spiele.
    Wir wissen alle, was dort passiert ist.
    Welche interessante Computer und Technik dort zur Organisation, Zeitmessung und Anzeigetafeln verwendet wurde, kann man ebenfalls beim Blog des HNF nachlesen:
    https://blog.hnf.de/muenchen-1972-sport-und-elektronik/
  • Vor 50 Jahren, am 29. August 1972, starb im Alter von 68 Jahren Lale Andersen, die mit „Lili Marlen“ den ersten Welthit der Popgeschichte sang.
    Beim Deutschlandfunk kann man einen Beitrag dazu anhören:
    https://www.deutschlandfunk.de/lale-andersen-lilli-marleen-100.html
  • Vor 40 Jahren, im August 1982, begann der Verkauf des Commodore C64 – ein brotkastenähnlicher Computer, der als der meistverkaufte Heimcomputer gilt.
    So ziemlich jeder der „Generation X“ (geboren etwa zwischen 1965 und 1975) dürfte dieses Gerät kennen.
    Im Elektronikmuseum wird derzeit ein Exemplar ans Laufen gebracht.
    Mehr zum Gerät beim Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums unter
    https://blog.hnf.de/das-war-der-commodore-64/.
  • Ebenfalls vor 40 Jahren, am 17. August 1982, ging die Compact Disc (CD) in Hannover in die industrielle Produktion.
    Die beiden ersten CDs waren ein Chopin-Walzer, den Starpianist Claudio Arrau einspielte, und Abbas Album „The Visitors“.
    Mehr anhören und nachlesen kann man beim Deutschlandfunk unter
    https://www.deutschlandfunk.de/cd-compact-disc-tontraeger-schallplatte-100.html und beim virtuellen CD-Museum unter https://www.cd-museum.de/.
    Übrigens: Die ursprüngliche Spezifikation der CD sah 74 Minuten Spieldauer vor:
    So lange dauert Beethovens „Neunte“ in ihrer längsten Version.
    Und die sollte draufpassen.
    Das machte den Durchmesser von 12 cm erforderlich – ursprünglich waren 10 cm geplant.
    Für den Lochdurchmesser der CD nahmen die Entwickler bei Philips einfach eine holländische 10-Cent-Münze als Maß.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Redakteure des HNF-Blogs!
Die Artikel sind wirklich sehr gut gemacht!

ARD Retro

Mir fiel ein Film über den Umgang mit einem Anrufbeantworter vom 30. August 1962 ins Auge:
https://www.ardmediathek.de/video/rbb-retro-berliner-abendschau/automatischer-anrufbeantworter/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvYmVybGluZXItYWJlbmRzY2hhdS8xOTYyLTA4LTMwVDE5OjMwOjAwXzZjNTc2NzA3LTk2NDctNDZjZi1hZDljLTg5NzU1ZDBmYmQ1Yi9yZXRyb18xOTYyMDgzMF9hdXRvbWF0aXNjaGVyYW5ydWRiZWFudHdvcnRlcg
Interessantes Detail:
Es wird im Video auf das Symbol eines automatischen Anrufbeantworters im Telefonbuch hingewiesen.
Es sieht aus wie ein spiegelverkehrtes Q – was wohl die bei ersten Anrufbeantwortern übliche Magnet-Schallplatte mit Tonabnehmer symbolisieren sollte.
Es ist meine persönliche Vermutung, eine Quelle dazu fand ich nicht; weiß da jemand Genaueres?
Schaut man sich jedenfalls das „Alibiphon“ im Elektronikmuseum an, weiß man, was ich meine. Es arbeitet mit einer ebensolchen Platte, über die der Tonabnehmer ragt.

ON.LINE – das Magazin des Thüringer Museums für Elektrotechnik

Zur aktuellen frei verfügbaren Ausgabe des hochinteressanten unter der Leitung von Museumsleiter Stephan Hloucal herausgegebenen Magazins kommt man über die Startseite des Museums:
https://www.elektromuseum.de/
Die letzten Ausgaben kann man unter https://www.elektromuseum.de/newsletter.html herunterladen.
Viel Spaß beim Lesen!

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum,
Rainer Specker
1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Depesche Juni/Juli 2022

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
im Juni und Anfang Juli war ich sehr mit Museums-Aktionen eingespannt, mir blieb schließlich keine Zeit für die Museumsdepesche.
Daher kommt hier nun die Museumsdepesche für die beiden Monate Juni und Juli 2022.

Danksagung

Mit der Ham Radio Ende Juni und dem Montfortfest Anfang September ging ein regelrechter Marathon an Aktionen zu Ende.
Beide Aktionen waren sehr arbeits- und zeitintensiv.
Vielen, vielen Dank für Eure Unterstützung und aktive Hilfe!
Besonderen Dank verdienen meine Frau Beate und Werner Hoch, die bei beiden Aktionen an allen Tagen intensiv mitgeholfen haben! Beate bei der Standbetreuung und Werner bei der Vorbereitung und Durchführung der Lötaktionen!
Das ist echt richtig viel Arbeit: Brettchen für die Schaltungen sägen sich nicht von selbst, und Werner sorgt auch dafür, dass stets genügend Material für alles da und wohl sortiert ist.
Was wäre der Verein ohne Euch?

Ham Radio

Die Ham Radio ging über drei Tage, an denen wir das Museum präsentieren und mit Jugendlichen löten durften.
Wenn denn welche auf der Messe waren...
Dass es im Handyzeitalter im Bereich Amateurfunk nur sehr wenig Nachwuchs gibt, wird immer mehr offenbar.
So löteten wir über alle drei Tage nur ein Lichttheremin und 16 Stück unserer zur Ham Radio neu entwickelten Bewegtlichtorgel.
Vier gaben wir noch an besonders interessierte Personen ab, davon an zwei Techniklehrer.
Sie fanden es gut, dass man damit nicht einfach nur des Lötens wegen lötet, sondern dass man mit der Lichtorgel danach auch etwas zum Spielen in der Hand hält.
Sehr gut hingegen war die Resonanz am Stand von erwachsenen Messebesuchern, die, teils von unserer Rock 'n' Roll-Musik am Stand angelockt, reges Interesse zeigten.
364 Prospekte verteilten wir unter ihnen, die meisten im persönlichen Gespräch!

Montfortfest

Erstmals war das Elektronikmuseum Teil der Aktionswiese für Kinder auf dem Montfortfest Tettnang.
Da meist kleinere Kinder erwartet wurden, gab es eine einfache Blinkschaltung in Reißnageltechnik zu löten, oder Blumen oder Herzen ohne elektronische Funktion.
Die Aktionswiese war der Hammer!
Am Montfortfest-Samstag war Aufbau und dann vier Stunden Löten, am Sonntag löteten wir sechs Stunden im Dauerbetrieb.
Fast ständig waren alle acht Lötplätze belegt!
Am Ende hatten wir dann 75 Blinkschaltungen gebaut plus nicht gezählte Herzen und Blumen!
Wir werden ganz sicher nächstes Jahr dort wieder mitmachen.

Jahreshauptversammlung

Die diesjährige Jahreshauptversammlung wird gegen Ende der Sommerferien stattfinden.
Sobald der genaue Termin feststeht, werden Einladungen an alle Mitglieder verteilt.

Das Museum in der Presse

Historisches

  • Bereits vor 400 Jahren, in den 1620er Jahren, wurde der Rechenschieber erfunden.
    Das gleich zweimal - durch den englischen Mathematiker William Oughtred und seinen Landsmann Richard Delamain.
    Nachzulesen im Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums HNF unter https://blog.hnf.de/vierhundert-jahre-rechenschieber/.
  • Vor 200 Jahren, am 14. Juni 1822, gab der englische Mathematiker Charles Babbage ein Versuchsmodell seiner Differenzmaschine bekannt.
    Damit ist nicht gemeint, dass die Maschine einfach Minus rechnet: Sie war hoch komplex und sollte zur Berechnung von Zahlentabellen wie zum Beispiel Logarithmentafeln dienen.
    Ein Artikel über die erstaunliche Technik findet sich beim HNF-Blog unter https://blog.hnf.de/200-jahre-differenzmaschine/.
    Ein Klick auf den Verweis auf seine 385 Seiten umfassenden Schriften zur Maschine am Ende des Artikels lohnt sich für besonders Interessierte.
  • Vor 70 Jahren, am 7. Juni 1952, ging in Göttingen der erste deutsche Röhrenrechner in Betrieb.
    Er hieß, kurz und knapp, „G1“ und enthielt neben zahlreichen Relais 476 Röhren, wie sie in der Zeit unter anderem auch in Radios eingesetzt waren.
    Einen schön geschriebenen Artikel als PDF dazu gibt es bei der Max-Planck-Gesellschaft unter https://www.mpg.de/9341803/.
  • Ebenfalls vor 70 Jahren, am 10. Juni 1952, nahm im Institute for Advanced Study im amerikanischen Princeton ein besonderer Computer seinen Betrieb auf:
    Er wurde vom in Budapest geborenen genialen Informatiker John von Neumann entworfen und arbeitete nach der später nach ihm benannten Rechnerarchitektur:
    In ihr sind Daten und Programmbefehle im selben Speicher.
    Auch heutige Computer sind meist nach der „Von-Neumann-Architektur“ aufgebaut.
    https://blog.hnf.de/john-von-neumanns-maschine/
  • Vor 60 Jahren, am 10. Juli 1962, startete in Cape Canaveral Telstar 1, der erste Fernsehsatellit:
    Also der erste Satellit, der Fernsehsignale empfangen, verstärken und in einer anderen Frequenz wieder senden konnte – so, wie das Fernsehsatelliten bis heute machen.
    Auch hierzu gibt es im HNF-Blog mehr:
    https://blog.hnf.de/telstar-fernsehen-ueber-satellit/
  • Vor 30 Jahren, am 30. Juni 1992, startete mit „D2-Privat“ des Mannesmann-Konzerns der moderne Mobilfunk.
    Mannesmann hatte damals die Telekom mit einem PR-Coup ausgetrickst, die ihr D1-Netz für den 1. Juli 1992 gestartet hatte.
    Die interessante Geschichte dazu lässt sich zum Beispiel beim der Deutschen Welle nachlesen:
    https://www.dw.com/de/mobilfunk-vom-knochen-zum-smartphone/a-62312750
  • Vor 30 Jahren tauchte im Juni-Heft 1992 des Wilson Library Bulletin zum ersten Mal der Begriff „Surfen“ in Zusammenhang mit dem Internet auf.
    Woher es also kommt, dass man im Internet „surft“ kann man beim HNF-Blog unter https://blog.hnf.de/today-well-surf-the-net/ nachlesen.
  • Vor 20 Jahren, am 21. Juni 2002, öffnete das Elektronikmuseum Tettnang erstmals seine Pforten.

ARD Retro und Archiv des SRF

Zwei interessante Filme sind im Archiv der ARD aufgetaucht:

Mich freut es sehr, dass im Archiv des Schweizer Fernsehens zahlreiche Folgen der Sendung MTW (Menschen – Technik – Wissenschaft) zu sehen sind, die meisten können auch von Deutschland aus gesehen werden.
Leider gibt es für die wenigsten Filme eine Beschreibung in der Übersicht.
Hier der Link auf die allerletzte Folge der Wissenschaftssendung.
Diese wird eingeleitet von einem Bericht über das Computerzeitalter.
Anschauen lohnt sich!
https://www.srf.ch/play/tv/sendung/mtw?id=f6f76449-eda3-44bb-9d95-77ac35443fce

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum,
Rainer Specker
1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Tod Hermann Lang

Wir trauern um unser verstorbenes Mitglied Hermann Lang, der am 19. Mai 2022 im Alter von 67 Jahren von uns gegangen ist.
Unser Beileid gilt allen Hinterbliebenen.
Hermann Lang war Lehrer in der Elektronikschule, bevor er die Leitung der Bodensee-Schule St. Martin übernahm.
Er war lange aktives Mitglied in unserem Verein und bis zuletzt auch im Förderverein der Elektronikschule Tettnang.
Ich mochte ihn sehr.

Viele Grüße,
Rainer Specker
1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Depesche Mai 2022

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
hier kommt die Museumsdepesche für den Monat Mai 2022.

Danksagung

Vielen Dank an alle Helfer auf den zahlreichen Aktionen im Mai!
Wir waren präsent bei der Oldtimer-Rallye „ADAC Württemberg Historic“ am 14. Mai, einen Tag darauf beim Internationalen Museumstag und schließlich eine Woche später bei der Veranstaltung „VereinTT“.
Hier durften sich Tettnanger Vereine vorstellen:
Was macht man denn so in einem Förderverein eines Elektronikmuseums?
Bei den drei Veranstaltungen waren hauptsächlich Mitglieder zugegen, die auch sonst sehr aktiv in unserem Verein helfen.
Wir würden uns außerordentlich freuen, wenn wir auch andere Mitglieder wieder motivieren könnten.
Momentan habe ich die Befürchtung, unsere Helfer zu überlasten.
Also: Bitte meldet Euch beim Aufruf zum Helfen bei der Ham Radio! Wir brauchen Euch!

Ham Radio 2022

Liebe Vereinsmitglieder, wir brauchen Euch!
Am Freitag, 24. Juni bis Sonntag, 26. Juni ist Ham Radio, am Donnerstagabend davor Aufbau.
Wir dürfen dort wieder unser Museum präsentieren, worauf wir sehr stolz sind!
Es wird rocken:
Mit Tonbandgerät und Tefifon im Gepäck läuft fetzige Rock 'n' Roll-Musik am Stand!
Als neues Lötprojekt werden wir eine Bewegtlichtorgel bauen – eine einfache Schaltung mit starkem Effekt!
Eine solche Lichtorgel habe ich am 3. November 1993 zusammengebastelt;
nun sind alle Teile für 100 Exemplare eingetroffen und der Prototyp läuft!
Hier die Zeiten der Schichten im einzelnen:

  • Donnerstag, 23. Juni Aufbau:
    Wir treffen uns um 16:30 Uhr am Elektronikmuseum und haben auf der Messe bis 22:00 Uhr Zeit, den Stand aufzubauen.
    So lange wird es hoffentlich nicht dauern...
  • Freitag, 24. Juni und Samstag, 25. Juni jeweils:
    • Schicht 1 von 8:45 bis 13:30 Uhr
    • Schicht 2 von 13:15 bis 18:00 Uhr
  • Sonntag, 26. Juni:
    • Schicht 1 von 8:45 bis 12:30 Uhr
    • Schicht 2 von 12:15 bis 15:00 Uhr (Ende der Messe) mit anschließendem Abbau und Rückzug nach Tettnang

Bitte meldet Euch per Mail an Rainer.Specker@elektronikmuseum.org oder tragt Euch in unsere Doodle-Umfrage ein:
Man braucht sich dazu nirgends anmelden oder registrieren!
(Doodle-Link entfernt)
Tragt Euch ein! Es macht großen Spaß, zu helfen!
Und je mehr Helfer wir haben, desto mehr Spaß macht es allen!

Jubiläum: 20 Jahre Elektronikmuseum Tettnang

Aus dem ersten Geschäftsbericht unseres Vereins:

Der Förderverein des Elektronikmuseums Tettnang e. V. wurde am 17. Januar 2002 in Tettnang gegründet. 27 Gründungsmitglieder wählten dabei folgenden Vorstand:

  1. Vorsitzender: Karl Pusch
  2. Vorsitzender: Alfred Hess
  3. Schriftführer: Peter Wensing
  4. Schatzmeister: Hubert Hakspiel
  5. Bürgermeister Harald Meichle [als Beisitzer]

Am 14. März 2002 erhielt der Verein vom Finanzamt Friedrichshafen den Status der Gemeinnützigkeit verliehen […]
Haupttätigkeit des Vereins ist der Betrieb des Elektronikmuseums Tettnang.
Die Eröffnung des Museums fand statt am Freitag, 21. Juni 2002.

Ja, 20 Jahre gibt es unser Elektronikmuseum schon!

Da im Frühjahr ständig irgendwo was los ist, haben wir uns entschieden, unser Jubiläum erst im Herbst zu feiern.
Ins Auge gefasst haben wir dafür den Samstag, den 24. September 2022 um 18:00 Uhr.

Bitte vormerken: Lötaktion am Montfortfest am 2. und 3. Juli

Dieses Jahr drängen sich die Termine...
Schon eine Woche nach der Ham Radio ist in Tettnang Montfortfest.
Auch hier wollen wir eine Lötaktion für Kinder und Jugendliche anbieten – und dabei vielleicht auch den einen oder anderen Interessenten wecken, der bei uns mithelfen möchte.
Sobald die genauen Zeiten feststehen, geht es auch hier in die Detailplanung.
Grund für diese recht große Zahl an öffentlichen Lötaktionen dieses Jahr ist, dass wir nach der Corona-Zwangspause möglichst viele Leute wieder reaktivieren wollen.

Historisches

  • Vor 50 Jahren, am 27. Mai 1972, lief zum ersten Mal „Raumschiff Enterprise“ im deutschen Fernsehen, ausgestrahlt durch das ZDF.
    Für uns Elektronik-Affine interessant waren stets die zahllosen Computer, die in der Serie beeindruckend ihre Kontrolllämpchen blinken ließen.
    Schließlich waren Computer für die meisten Menschen 1972 und den Jahren danach noch etwas Fremdes, Mystisches.
    Schließlich ging es erst Anfang der 1980er Jahre los, als die ersten im Bekanntenkreis stolz ihren C64 präsentierten. 1982 war das.
    Nichts Mystisches, eine hellgraue Brotkiste, die man am elterlichen Farbfernseher angeschlossen hat und die Eltern kräftig damit nervte...
    Ein schöner Artikel über die Computer und Roboter in Raumschiff Enterprise findet sich im Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums unter
    https://blog.hnf.de/raumschiff-enterprise-und-seine-computer/.

Mehr Historisches gibt es wieder in der nächsten Museumsdepesche.

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum,
Rainer Specker
1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.