Nachrichten: Radio

Depesche 21-01

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,

hier kommt die Museumsdepesche für den Monat Januar 2021.

Thema 2021: Ein Rundfunkjubiläum

100 Jahre Rundfunk – Erste Radiosendung aus Königs Wusterhausen am 20.12.1920

Der Schwerpunkt der Ausstellung im Elektronikmuseum Tettnang soll im laufenden Jahr auf dieses Rundfunkjubiläum gelegt werden.
Dazu suchen wir, gerne auch leihweise

  • Rundfunkempfänger aus der Zeit 1920  bis 1923
  • Geschichten von Tettnanger Bürgern: Wie war das so, in der Anfangszeit?

Es dürfte niemand mehr leben, der die Anfänge des Rundfunks selber miterlebt hat, daher suchen Nacherzählungen oder vielleicht auch Tage- oder Werkstattbucheintragungen aus dieser Zeit.
Vielleicht hat jemand ein Tondokument greifbar, Tonbandaufnahme?

Da privates Radiohören in Deutschland noch verboten war, dürften Empfänger aus dem Beginn der 1920-er Jahre sehr rar sein. Interessiert sind wir da an Eigenbau-/Bastlergeräten, vorzugsweise aus der Region.
Sehr interessant wären auch ausländische Geräte um 1920 bis 1922, also noch vor der Zeit des offiziellen Starts des Rundfunks in Deutschland am 28. Oktober 1923.
Im Oktober 2023 haben wir die Corona-Pandemie hoffentlich hinter ums gelassen, um zu diesem Termin dann ein "richtiges" Jubiläum mit Sonderausstellung im Elektronikmuseum feiern zu können.

Ich bin gespannt, was wir aus den Anfängen zusammenbekommen...

Eine Anmerkung zu Gerätespenden:
Im Laufe des letzten Jahres hatten viele Leute Zeit, ihren Dachboden zu entrümpeln – was uns Aktiven im Förderverein mit dem eigenen Dachboden nicht möglich war und weiterhin nicht möglich ist.
Was wir derzeit nicht annehmen können sind spätere Rundfunkgeräte, Fernseher, Tonbandgeräte, Phono-Schränke, Fotokameras und -zubehör, Diaprojektoren, Filmkameras und -projektoren, Messgeräte etc. etc.
Bitte nicht ungefragt irgendwelche Geräte abliefern.

Virtueller Museumstreff

Während des Lockdowns darf im Elektronikmuseum weiterhin kein Museumstreff stattfinden.
Virtuell gibt’s den Treff montags 19:30 Uhr über Skype.
Im Rahmen dieses virtuellen Treffs planen wir auch für die kommende Saison.
Bei Interesse bitte Mail an mich (Rainer.Specker@elektronikmuseum.org) – ich sende dann den Anmeldeldelink mit einer kurzen Anleitung und Angaben zum Datenschutz per E-Mail zu.

Historisches

  • Vor 130 Jahren, am 26. Januar 1891, starb Nicolaus August Otto – Erfinder des Ottomotors
  • Vor 95 Jahren, am 26. Januar 1926, führte der Schotte John Logie Baird in London ein der deutschen Nipkowscheibe ähnliches Fernsehsystem vor.
    Diese Präsentation gilt heute als Beginn des Fernsehens. Mehr unter blog.hnf.de/1926-fernsehen-in-london/ Vor 90 Jahren, am 22. Januar 1931, öffnete in der Masurenallee in Berlin das Haus des Rundfunks.
  • Ein wunderbar es Haus, technisch unwahrscheinlich gut ausgetüftelt – da hat Architekt Hans Poelzig so gute Arbeit geleistet, dass die Tonstudios weitgehend unverändert bis heute in Betrieb sind.
    Ein schöner Artikel findet sich beim Deutschlandfunk unter www.deutschlandfunk.de/90-jahre-haus-des-rundfunks-in-berlin-eine-kathedrale-fuer.871.de.html?dram:article_id=491106.
  • Vor ein paar Jahren besuchte ich das Haus des Rundfunks zusammen mit meiner Frau, wo wir uns einer gerade zufällig stattfinden zweistündigen Führung einer Gruppe Jugendlicher anschließen durften.
    Eine sehr beeindruckende Erfahrung!
  • Vor 70 Jahren, im Januar 1951 lief das erste elektronische Rechengerät Deutschlands.
    Eine Kieler Brandversicherung nutzte das 200 Röhren starke Elektronengehirn, das zwei fünfstellige Dezimalzahlen multiplizieren konnte.
    Mehr dazu kann man beim Heinz Nixdorf Museumsforum unter blog.hnf.de/vor-70-jahren-ein-elektronisches-gehirn-in-kiel/ nachlesen.
  • Vor 65 Jahren, Anfang Januar 1956 begann Dr. Paul Eduard Kleins Firma PEK in Tettnang mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von elektronischen Messgeräten.
    Die Tettnanger Elektronikgeschichte geht weitestgehend auf Dr. Klein und seine Firma zurück!
  • Heute vor 50 Jahren, am 31. Januar 1971, wurden die Telefonleitungen zwischen OSt- und Westberlin freigeschaltet.
    Zu diesem Thema hat der WDR unter www1.wdr.de/stichtag/stichtag-erste-telefonverbindung-ost-und-west-berlin-100.html einen Artikel im Internet.
  • Vor 50 Jahren, im Januar 1971, erschien mit dem „HANDY LE“ der erste handliche Taschenrechner. Fast schon schwäbisch – ein Handy-le...
    Der nur 24 mm dicke Rechner der japanischen Firma  Business Computer Corporation konnte die vier Grundrechenarten und hatte eine Leuchtdioden-Anzeige.
    Quelle: blog.hnf.de/der-erste-hadliche-taschenrechner/

Nachtrag zum Dezember: Vor 75 Jahren wurde die Ingenieurschule Isny eröffnet. Zum 20. Jubiläum kam eine Sendung in der Abendschau des SWF: www.ardmediathek.de/swr/video/swr-retro-abendschau/20-jahre-ingenieurschule-isny/swrfernsehen-de/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExNTY5MzA/

In diesem Jahr feiern einige Tettnanger Firmen ein Jubiläum – sofern sie noch existieren: 1921 frasaco 1926 Reiss International bzw. Kunststofftechnik GmbH 1956 (Januar) PEK in Tettnang (Gründung bereits 1948 in München; Verkauf 1973 an die Göttinger Phywe AG) 1956 (1. September) Brosa 1986 Avira (damals noch H+BEDV) 1986 Schulz Engineering 2001 KLEO (ging 2015 an Manz in Reutlingen, im gleichen Jahr wurde der Tettnanger Standort aufgegeben) 2001 (November) Bodensee Medienzentrum (ging leider letztes Jahr insolvent)

Wer historische Fakten aufgabelt, bitte Info an mich!

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Elektronikmuseum!

Rainer Specker 1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Depesche 20-12

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,

hier kommt die Museumsdepesche für den Monat Dezember 2020.

Museum und Museumstreff weiterhin virtuell

So lange die Maßnahmen des Lockdown Light in Kraft sind, findet im Elektronikmuseum weiterhin kein Museumstreff statt. Virtuell gibt’s den Treff montags 19:30 Uhr über Skype.
Bei Interesse bitte Mail an info@emuseum-tettnang.de – ich sende dann den Anmeldeldelink mit einer kurzen Anleitung und Angaben zum Datenschutz per E-Mail zu.

Zu beachten ist, dass die aktuelle Corona-Verordnung bis mindestens 10. Januar keine Museumsöffnung, also auch keine Führungen zulässt.
Wir bitten auch weiterhin darum, keine Exponate ins Museum zu bringen, bis wir in der Lage sind, unser Lager umzuräumen.

Auch unser virtueller Museumsrundgang wächst und gedeiht – dank Werner Hoch, der unermüdlich daran arbeitet! Zum Rundgang geht es über www.emuseum-tettnang.de/labels.

Das Museum im Radio

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Rundfunk“ kam der SWR auf uns zu für Hintergrundinformationen.
Ein Interview mit Richard Kurz, der bestens vorbereitet ins Gespräch ging, wurde gegen Abend auf SWR4 übertragen. Ein hochinteressanter fünfminütiger Beitrag!

Das Museum in der Presse

Am 24. Dezember kam ein Hinweis mit Bild in der Schwäbischen Zeitung, dass die Kusshaltestelle wieder in Betrieb ist:
www.schwaebische.de/landkreis/bodenseekreis/tettnang_artikel,-den-kuss-wieder-im-bild-verewigen-_arid,11309631.html
Vielen Dank an dieser Stelle an Richard Kurz, der das Teil grundlegend überarbeitet und mit einer LED-Leuchte ausgestattet hat!
Das Teil verursacht momentan immer wieder Arbeit, ein noch unbekannter Fehler plagt uns noch...

Historisches

  • Vor 125 Jahren, am 28. Dezember 1895, beschrieb Wilhelm Konrad Röntgen erstmals seine Entdeckung der später nach ihm benannten Strahlung.
    Mehr zur Person unter www.deutschlandfunk.de/roentgen-strahlen-der-entdecker-der-transparenz-bleibt-ein.871.de.html?dram:article_id=340785
  • Am selben Tag, also ebenfalls am 28. Dezember 1895, boten die Gebrüder Auguste und Louis Lumière in Paris eine Filmvorführung und hoben damit das Kino neben mit aus der Taufe.
    Zuvorgekommen waren den Brüdern allerdings die Gebrüder Gebrüder Max und Emil Skladanowsky, die am 1. November im selben Jahr bereits bewegte Bilder zeigten.
    Durchgesetzt, weil technisch besser, haben sich später jedoch die Brüder Lumière.
    Ein sehr ausführlicher Artikel dazu findet sich auf der Website des deutschen Patent- und Markenamtes unter www.dpma.de/dpma/veroeffentlichungen/meilensteine/lumire/index.html.
  • Vor 100 Jahren, am 22. Dezember 1920, wurde von Königs Wusterhausen aus die erste Rundfunksendung Deutschlands gesendet.
    Das Elektronikmuseum Tettnang wird sich in der kommenden Saison diesem Thema widmen. Da wir mehr oder weniger zufällig vorübergehend eine der Vitrinen im Torbogen nutzen können, nutzten wir das gleich, um das anzukündigen.
  • Vor 90 Jahren, am 29. Dezember 1930, erhielt Radio Luxemburg seine Sendelizenz.
    Interessant ist der Bericht des WDR dazu: www1.wdr.de/stichtag/stichtag-gruendung-radio-luxemburg-100.html
  • Vor 25 Jahren, am 18. Dezember 1995, starb Computer-Erfinder Konrad Zuse in Hünfeld (zwischen Fulda und Kassel).
    In Hünfeld gibt es ein außerordentlich gutes Museum über Konrad Zuse.
    Ich hatte bei meinem Besuch vor wenigen Jahren das Glück, eine lauffähige Z23 zu erleben – ein Wahnsinnsteil! Schon das Geräusch, als die Festplatte hochlief... Fast wie eine Flugzeugturbine...
    Dann: Ein Lochstreifenleser las mit hohem Tempo die Löcher, haufenweise Lampen im Bedienpult blitzten kreuz und quer durcheinander auf, und schließlich schrieb ein Fernschreiber eine Tabelle aufs Papier. Irre!

Wer historische Fakten aufgabelt, bitte Info an mich!

Abenteuer Kurzwellenempfang – Ein Empfangsbericht des Verfassers

Anlässlich des 100-jährigen Rundfunkjubiläums in Königs Wusterhausen wurde am 22.12.2020 von 14:00 bis 15:00 Uhr eine Jubiläumssendung gesendet, unter anderem auch auf der Kurzwellenfrequenz 5960 kHz.
Klar wurde ich da neugierig: Kommt das auch bei uns rein?
Da ich an dem Tag arbeiten musste, wollte ich also eine zeitgesteuerte Ausnahme machen – früher ging das ganz einfach: Radio-Kassettenrecorder an Zeitschaltuhr und fertig.
Nur: Ich hatte keine C120-Cassette zur Hand. Und die braucht man, wenn man eine ganze Stunde aufnehmen will…
Also, bereits hergerichtetes Kassettendeck wieder ins Regal und Aufnahme mit einem Digitalrecorder. Der hatte wieder keine Möglichkeit zur Timer-Aufnahme…
Eine genügend große Speicherkarte half, um frühmorgens vor der Fahrt zur Arbeit die Aufnahme zu starten und den Recorder durchlaufen zu lassen.
Eine Zeitschaltuhr brauchte ich schließlich doch noch, da das Schaltnetzteil des Recorders so dermaßen stört, dass AM-Empfang unmöglich wird.
Von 14:00 bis 15:00 Uhr schaltete die Uhr den Strom ab, so dass das Gerät batteriegepuffert ungestört aufnehmen konnte.

Was nehmen als Empfänger? Mein „Guter“ Grundig Radiorecorder hat einen verstimmten KW-Tuner, der erst ab etwa 6000 kHz empfängt…
Dafür funktioniert mein allererstes Radio-le von Telefunken einwandfrei, das ich auf die Frequenz mit Hilfe eines Abgleichsenders auf 5960 kHz einstellte.
Der Recorder kann stereo aufnehmen, vorsichtshalber hängte ich an den anderen Kanal noch meinen kleinen Handscanner (so nennt man einen kleinen Radioempfänger, der so ziemlich alles empfangen kann).
Es war völliges Tappen im Nebel, da es auf dieser Frequenz am Vorabend ja keinerlei Empfang gab.
Ich wollte auch nicht zu viel Aufwand machen mit Antennen spannen und behalf mich mit einer ca. 1 m langen Eigenbau-Wurfantenne für den Handscanner.
Das kleine Telefunken-Radio betrieb ich mit der eingebauten Teleskopantenne und stellte es auf den Fenstersims. Als ich an dem Tag von der Arbeit heim kam, war ich mehr als gespannt auf das Ergebnis.
Vielleicht wird ja das Rauschen leiser oder lauter?
Viel erwartete ich jedenfalls nicht.
Umso mehr meine Begeisterung, als ich es dann hörte: Erst wurde das Rauschen leise, dann ein Pausenzeichen – und dann so laut zu hören, dass der Telefunken am Übersteuern war, „Welle 370…“!
Wahnsinn!
Erst, als ich die Sendung abhörte, bekam ich mit, dass der Kurzwellensender in Moosbrunn südlich von Wien steht. Gut, dass ich keine Richtantenne genommen hatte…

Sicher, die Sendung lief auch übers Internet, das aufzunehmen oder ggf. auch später aus einer Mediathek zu streamen wäre keine solche Arbeit gewesen.
Warum macht ein Elektronikbastler sowas, treibt solchen Aufwand, nur um ein mehr oder weniger klares, aber dennoch rauschendes Signal mit wenigen Höhen zu empfangen, und weshalb berichtet er auch noch darüber?
Das kann man kaum erklären, man muss es erleben!
Ich hoffe, dass der eine oder andere Leser meines Museumstelegramms vom 19.12. sein altes Kofferradio (oder, auf schwäbisch, seinen alten Kofferradio) abgestaubt und einen Empfangsversuch gemacht hat.


Vielen herzlichen Dank an die Mitglieder des Vorstands und an alle Helfer, die trotz Corona-Maßnahmen mitgeholfen haben!
Ich wünsche zusammen mit der gesamten Vorstandschaft allen Mitgliedern und Freunden des Elektronikmuseums einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Bleibt gesund!


Viele Grüße aus unserem wunderbaren Elektronikmuseum!

Rainer Specker 1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.

Depesche 20-08

Nachruf

Am 6. August 2020 verstarb Günther Stefanac.
Er war über vier Jahre lang Schatzmeister im Vorstand unseres Fördervereins und half mir mit seinem außergewöhnlichen Wissen über das Vereinswesen sehr, ganz besonders in der Zeit nach Karl Puschs Tod, Förderverein und Elektronikmuseum weiterzubetreiben.
Seiner Familie gilt unser aufrichtiges Beileid.
Wir werden ihn mit seiner unvergleichlichen Art und seinem oft kuriosen Humor in guter Erinnerung halten.

Bücher und Zeitschriften zu verschenken

Wir haben immer noch etliche (Fach-) Bücher und Zeitschriften übrig, da sie entweder mehrfach vorhanden sind oder thematisch nicht zum Elektronikmuseum passen.
Zum Beispiel wartet ein beeindruckendes zehnbändiges Lexikon der Technik auf einen Abnehmer, sowie Exemplare oder ganze Jahrgänge der Zeitschriften Funktechnik, rfe und Hobby.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir diesen Bestand an interessierte Leute übergeben könnten.
Wegen akuten Platzmangels eilt es, und uns schmerzt die Vorstellung, wenn diese Schriften ins Altpapier wandern müssten.

Das Museum in der Presse

Das Museum im Radio

Diese Woche war eine Radio7-Reporterin im Museum, um einen Bericht über die Tettnanger Kusshaltestelle zu kreieren.
Die Radioberichterstattung habe ich selber nicht erwischt. Falls sie ein Leser dieser Depesche aufgeschnappt hat, würde ich mich sehr um eine Rückmeldung freuen!
Auf der Homepage des Senders findet sich ein Textbeitrag zur Kusshaltestelle (der Link darauf ist sehr merkwürdig, aber er stimmt tatsächlich so, auch wenn das Thema nichts mit Holzbacköfen zu tun hat): www.radio7.de/zuhause/clone-of-die-holzbackoefen-riecht-man-in-der-ganzen-gemeinde

Mechanisch die Quadratwurzel berechnen

Im Elektronikmuseum Tettnang befindet sich ein Exemplar des bekannten Friden Calculators - einer sehr aufwändigen mechanischen Büro-Rechenmaschine.
Diese Maschine gibt es auch in einer Ausführung mit eingebauter Wurzelautomatik! Ein wahnsinniger Aufwand, dessen Reparatur wohl nur sehr wenige Menschen beherrschen.
Eines dieser Genies heißt Kurt Egger, er ist Mitglied in unserem Verein. Er hat die Friden STW des Computermuesums Stuttgart ans Laufen gebracht.
Wie die Maschine läuft, seht Ihr in diesem Video, das Kurt Egger online gestellt hat:
www.youtube.com/watch?v=3f5-zqHClCM
Leider haben wir im Museum nur Friden Rechenautomaten ohne diese Wurzelautomatik.

Zufälligerweise war vergangene Woche eine Mitarbeiterin des Computermuseums Stuttgart bei uns im Elektronikmuseum Tettnang.
Sie hat mir daraufhin einen Link auf ein Video des Computermuseums geschickt, in dem ausführlich die Funktionsweise des händischen und automatischen Wurzelrechnens erklärt wird. Das Video geht eine Weile, ist aber sehr interessant: www.youtube.com/watch?v=fY26kg0D9Vo

Historisches

  • Vor 250 Jahren, am 27. August1770, wurde der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren.
    Er war auf allen Gebieten der Wissenschaft unterwegs und setzte mit seiner Wissenschaft der Logik neue Maßstäbe - auch heutige Arbeiten, insbesondere zur künstlichen Intelligenz, bauen in mancher Hinsicht auf Hegels Werk auf.
  • Vor 175 Jahren, im Sommer 1845, wurde eine Maschine zur Erzeugung von automatischer Poesie vorgestellt.
    Der Eureka genannte Apparat erstellte nach Münzeinwurf lateinische Sätze mit sechs Wörtern und zeigte sie sechs schmalen Fenstern.
    Geschaffen wurde die Maschine vom Engländer John Clark.
    Die Geschichte dahinter lässt sich im Blog des Heinz Nixdorf Museumsforums nachlesen: blog.hnf.de/eureka-175-jahre-automatische-poesie/
  • Bereits in früheren Depeschen ging ich ausführlich darauf ein:
    Vor 100 Jahren, am 5. August 1920, stellte Lew Theremin sein Instrument unter dem Namen Ätherophon der Öffentlichkeit vor.
    Eigentlich wollte der sowjetische Wissenschaftler einen Minen- und Metalldetektor bauen und wusste den Geistersound seines Versuches dann für musikalische Zwecke zu nutzen.
    Das später in Theremin umbenannte Instrument gilt als erstes elektronisches Musikinstrument und als einziges, das berührungslos gespielt werden kann. Im Elektronikmuseum kann man sich von dessen Funktion überzeugen.
  • Vor 60 Jahren, am 1. August 1960, wurde ein zweites deutsches Fernsehprogramm namens Deutschland-Fernsehen ins Handelsregister eingetragen.
    Sendestart war für den 1. Januar 1961 geplant. Nach zahlreichen politischen Querelen dauerte es dann allerdings bis 1963, bis der Sender als ZDF auf Sendung gehen konnte.
  • Vor 25 Jahren, am 9. August 1995, erfolgte der Börsengang des Internetbrowserherstellers Netscape.
    Der erste Tag war ein schierer Goldrausch und läutete den bis ins 21. Jahrundert andauernde Dotcom-Boom ein - die Aktie wurde für 28 US-Dollar ausgegeben und ihr Wert war bei Börsenschluss auf 75 Dollar gewachsen.
    Die Firma war danach 2,9 Milliarden Dollar wert!
  • Erst vor 15 Jahren, am 18. August 2005, trat die EU-Regel zur Rücknahme von Elektroschrott in Kraft.

Wer historische Fakten aufgabelt, bitte Info an mich!

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Elektronikmuseum!

Rainer Specker 1. Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.