Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
hier kommt die Museumsdepesche für den Januar 2026.
Peter Kammermeier im Dezember 2025 verstorben
Am 7. Dezember 2025 starb der Maschinenbauingenieur Peter Kammermeier in Tettnang.
Er gründete 1969 in Tettnang die Firma "ip systeme GmbH" (ursprünglich Ing.-Büro Peter Kammermeier) und konstruierte im Auftrag der Firma PEK elektronische Geräte.
Nach der Übernahme von PEK durch PHYWE 1973 erweiterte Peter Kammermeier seine Produkte um eigene, zum Teil patentierte Entwicklungen.
Peter Kammermeier, unterstützt von Ehefrau Traudl, konzentrierte sich auf Lehrmittel für den Elektronikunterricht wie Grundversuche und Experimentierplatten. Diese sind DIN A4 oder DIN A3 große Platten mit elektronischen Bauteilen und vielen Buchsen, die Elektronikschüler mit Kabelsalat aus Laborkabeln versehen und mit allerlei Messgeräten verbinden, um elektronische Schaltungen zu untersuchen.
Beliebt, da kompakt und zuverlässig, waren Kammermeiers Experimentierkoffer mit Schaltungen zu unterschiedlichen Lernbereichen.
Peter Kammermeier war recht kreativ – er hat neben seinen Patenten über die Experimentierplatten einen kuriosen Nussknacker zum Patent angemeldet, der mit einer dicken Schraube arbeitet.
Die Firma existierte bis zum 17. April 2013 im Platanenweg im Tettnanger Ortsteil Oberhof.
Jahreshauptversammlung 2026
Die Jahreshauptversammlung wird am 2. März 2026 um 18:30 Uhr im katholischen Gemeindezentrum St. Gallus stattfinden.
Eine separate Einladung mit der Tagesordnung wird in den nächsten Tagen versandt.
Ausstellung 2026
Wie in der letzten Depesche bereits erwähnt, möchten wir das Jahr 2026 der Tettnanger Elektronikgeschichte und den Denkern und Machern dahinter widmen, insbesondere der Firma PEK.
Wer etwas dazu beizutragen weiß, wer vielleicht für PEK gearbeitet hat oder beim Aufbau einer anderen Elektronikfirma mitgewirkt hat, die aus PEK entstanden ist: Bitte Info an mich, Rainer.Specker@elektronikmuseum.org.
Besonders interessiert sind wir an Fotos aus der Tettnanger Elektronik-Gründerzeit, von denen die Bildrechte bekannt sind und die wir in unserem Online-Museumsführer veröffentlichen können. Ein Foto-Scanner ist vorhanden.
Röhren-Kunstwerk
Wir bekamen eine Schachtel mit zahllosen Radio- und Fernsehröhren geschenkt, deren Beschriftung teilweise nicht mehr lesbar war oder die auch verschlissen waren.
Es wäre dennoch schade gewesen, die Röhren wegzuwerfen.
Das sah auch Peter Schweighart so und baute aus den Röhren eine Art Satellit, der nun unseren Radioraum schmückt und geheimnisvoll von innen heraus leuchtet.
Vielen Dank, Peter!
Andere Museen
Meine Frau und ich waren im Januar für ein paar Tage in Dresden. Dort gibt es eine große Zahl sehenswerter Museen.
Ein außergewöhnliches Museum befindet sich in der ehemaligen Kamerafabrik der Firma Ernemann.
Schon das Gebäude ist sehenswert, wunderschön die Chefetage.
Im Museum befindet sich auf einer Etage eine ausgiebige Sammlung historischer Foto- und Filmkameras.
Die anderen Stockwerke erinnern etwas ans Elektronikmuseum, nur größer.
Je eine separate Ausstellungsfläche haben unter anderem
- historische Schreibmaschinen, darunter einer von nur zwei existierenden Prototypen der ersten serienmäßig hergestellten Schreibmaschine,
- Rechenmaschinen,
- in der DDR hergestellte (und teils von der Firma "digital" abgekupferte) kleinere und größere Rechner, funktionsfähig.
- Dienstags sind Mitglieder des dortigen Fördervereins im Museum und zeigen gerne Details. Unser Besuch war an einem Dienstag...
- Eine funktionierende Steuerung einer elektronischen Stadionanzeige aus dem Heinz-Steyer-Stadion aus 1978.
Sehr schön ist auch die ausführliche Ausstellung zu Puppen- und Zeichentrickfilmen.
Ihr merkt, uns hat das Museum gefallen. Website des Museums: tsd.de/
Historisches
- Vor 100 Jahren, am 7. Januar 1926, konnte man zum ersten Mal "unterwegs" telefonieren.
Und zwar in einem fahrenden Zug.
Ermöglicht wurde das durch Antennen, die die Telefonsignale auf Leitungen übertrugen, die parallel zu den Bahntrassen montiert wurden.
Welch beispiellose Geschichte das mobile Telefonieren nach sich zog, dürfte inzwischen jeder zu spüren bekommen haben.
Im Museum für Telekommunikation in Frankfurt a. M. gibt es eine Sonderausstellung zum Jubiläum, die auch online interessant dokumentiert ist:
www.digitales-museum-fuer-kommunikation.de/expotizer-unterwegs-telefonieren/ - Meist ist es nicht ein einziger Entwicklungsschritt oder ein einzelnes Ereignis, das man als Startschuss einer neuen Technologie bezeichnen kann.
Es sind viele einzelne, manchmal kleinere, manchmal größere Schritte.
Einer davon ist ganz klar eine Erfindung des Schotten John Logie Baird:
Vor 100 Jahren, am 26. Januar 1926, führte Baird erstmals einen Apparat vor, der Bildsignale elektrisch übermittelte.
Das Fernsehen war geboren.
Kamera und Empfänger funktionierten mechanisch mit einer rotierenden Lochscheibe, übertragen wurde das Bild mittels elektrischer Signale.
Immerhin aus 30 Zeilen bestand das Bild, das man durch eine Optik im Empfänger betrachten konnte.
Mehr dazu im Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums HNF unter blog.hnf.de/100-jahre-fernsehen/.
Im Elektronikmuseum befindet sich ein Modell eines "Televisors", so nannte Baird seinen Fernsehempfänger.
Übrigens: Ein Original entdeckte ich beim Besuch der Technischen Sammlungen Dresden. - Vor 90 Jahren, am 4. Januar 1936, wurden erstmals Musik-Charts veröffentlicht. Die "Billboard Charts" richteten sich zunächst an Fachpublikum.
Für die Vermarktung von Musik und auch für die Betreiber von Musikboxen spielten solche Statistiken eine wichtige Rolle.
Statistik war auch im Kleinen wichtig: Wenn man mal ins Innere der Musikbox des Elektronikmuseums schaut, sieht man merkwürdige weiße Zipfel an der Trommel mit den Schallplatten. Anhand der Stellung dieser Laschen sieht man, wie oft die jeweils zugeordnete Platte abgespielt wurde.
Das erleichterte das Sortieren und Austauschen der Platten.
Meht zum Thema bei Deutschlandfunk Kultur unter www.deutschlandfunkkultur.de/80-jahre-billboard-charts-wie-hitparaden-beliebtheit-100.html. - Vor 70 Jahren, im Januar 1956, startete Dr. Paul Eduard Klein mit seiner Firma PEK-electronic in Tettnang mit der Entwicklung und der Produktion elektronischer Geräte.
Die Firma war in vielen Dingen Wegbereiter, zum Beispiel entstand hier der erste zuverlässige Verkehrsblitzer.
Fachpersonal fällt nicht vom Himmel. Es brauchte eine Elektronikschule.
Der Beruf des Elektronik-Technikers wurde bundesweit zuerst in Tettnang unterrichtet.
Wie oben aufgeführt, widmet sich das Elektronikmuseum dieses Jahr der Firma PEK. - Vor 25 Jahren, im Januar 2001, starteten Jimmy Wales und Larry Sanger die Wikipedia.
Sie war von vorne herein konzipiert als freies Nachschlagewerk, in dem jeder freiwillig mitwirken kann.
Wie in der Wikipedia selbst nachzulesen ist, setzt sich der Name Wikipedia zusammen aus Wiki (entstanden aus wiki, dem hawaiischen Wort für "schnell") und encyclopedia, dem englischen Wort für "Enzyklopädie".
Wales und Sanger nannten ihr Internetangebot, dessen Seiten von Laien direkt im Webbrowser bearbeitet werden können, ein Wiki.
Inzwischen hat sich das Wort allgemein für solche Webangebote durchgesetzt, oft nutzen auch Firmen ihr internes Firmenwiki fürs Wissensmanagement.
Recht bald war die Wikipedia so groß, dass sie es Verlagen schwer machte, für ihre Lexika Geld zu verlangen.
Heute ist die Wikipedia als Informationsquelle kaum mehr wegzudenken.
Mehr zum Jubiläum unter de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:25_Jahre_Wikipedia.
ARD Retro
Im folgenden Video hat man Einblick in eine Bielefelder Druckerei für einen 1966er Taschenkalender.
Wer mich kennt, weiß, dass ich auch im Smartphone-Zeitalter noch zu den Nutzern solcher Helferlein gehöre.
www.ardmediathek.de/video/wdr-retro-hier-und-heute/taschenkalender-sind-manchmal-auch-geheimnistraeger/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtNjUwY2Y1NmYtNDQxOC00YTBjLWFjZjYtOGI3NGFkZTdkY2Fm
Viel Spaß beim Schauen!
Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum!
Rainer Specker
Erster Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.