Museumsdepesche für den Monat Dezember 2025

Liebe Vereinsmitglieder und Interessierte,
hier kommt die Museumsdepesche für den Dezember 2026.

Ausstellung 2026

Wir möchten das Jahr 2026 der Tettnanger Elektronikgeschichte und den Denkern und Machern dahinter widmen, insbesondere der Firma PEK.
Vor 70 Jahren, Anfang Januar 1956, begann Dr. Paul Eduard Klein zusammen mit zehn Mitarbeitern mit seiner Firma PEK in Tettnang, elektronische Geräte zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten.
Aus der Firma PEK gingen zahlreiche weitere Firmen hervor, von denen die meisten noch heute bestehen.
Auch die Elektronikschule würde ohne Dr. Klein und den damaligen Bürgermeister Rudolf Gnädinger heute nicht existieren.
Und ebensowenig unser Museum.
Im gleichen Jahr, kurz nach der Firma PEK, startete auch die Firma Brosa in Tettnang mit der Herstellung von Sensoren und anderen Elektronikteilen.
Eine weitere Tettnanger Firma hat im Jahr 2026 ein Betriebsjubiläum:
Vor 40 Jahren, Anfang 1986, wurde die Firma Avira gegründet – zunächst unter dem Namen "H+BEDV".
Seit dem 1. März 2006 heißt die Firma Avira, bzw. inzwischen Avira Holding GmbH.
Den meisten Computernutzern dürfte der Virenscanner "Antivir" bekannt sein – der wurde in Tettnang entwickelt.
Wer etwas dazu beizutragen weiß: Bitte Info an Rainer.Specker@elektronikmuseum.org.

Neues Exponat

Aus dem Nachlass eines Freundes bekamen wir unter anderem einen Fernwahlmünzfernsprecher 56.
Hinter dem komplizierten Namen steckt ein nicht minder kompliziertes Gerät:
Nämlich ein Telefon, wie es bis weit in die 1970er-Jahre hinein in Deutschlands Telefonzellen zu finden war.
Älteren Lesern dürfte der Apparat bekannt sein mit seinem schrägen Münzschacht, in dem die eingeworfenen "Zehnerlä" sichtbar waren und die beim Telefonieren eins nach dem anderen vorbei wanderten.
Zum Münztelefon ist ein Artikel für unsere Website in Arbeit, Bilder sind bereits gemacht.
Bemerkenswert ist, dass wir auch die technischen Unterlagen zum Apparat erhalten haben.
Alleine die Beschreibung, was in der Kiste während eines Telefonats alles passiert, füllt neun DIN A4-Schreibmaschinenseiten!

Museumstreff

Der erste Museumstreff 2026 ist am Montag, dem 12. Januar, wie gewohnt von 17:00 bis 19:00 Uhr.

Historisches

  • Vor 250 Jahren, im Jahr 1775, erfand der Engländer Charles Earl Stanhope die erste "echte" Rechenmaschine, mit der man auch multiplizieren konnte.
    Es arbeitete mit speziellen Walzen mit gestaffelter Anordnung von Zähnen und erfand so das Prinzip, nach dem lange Zeit eine Spezies mechanischer Rechenmaschinen arbeitete.
    Mehr zu Charles Earl Stanhope im Blog des Heinz-Nixdorf-Museumsforums (HNF) unter
    blog.hnf.de/charles-earl-stanhope-1753-1816/.
  • Vor 210 Jahren, am 10. Dezember, 1815, kam Augusta Ada Byron zur Welt.
    Sie wurde mit ihrem späteren Namen Ava Lovelace eine berühmte Mathematikerin, die in den 1840er-Jahren das erste Computerprogramm der Welt geschrieben hat – rund 100 Jahre, bevor Konrad Zuse seinen ersten Computer baute.
    Mehr zu Ava Lovelace bei der Max-Planck-Gesellschaft unter
    www.mpg.de/frauen-in-der-forschung/ada-lovelace.
    Vielen Dank an Erich Schoepe, der mich an Ada Lovelace' Geburtstag erinnert hat.
  • Vor 125 Jahren, am 23. Dezember 1900, gelang es dem kalifornischen Erfinder Reginald Fessenden erstmals, Sprache drahtlos zu übertragen.
    Exakt sechs Jahre später, am Heiligabend 1906, schrieb Fessenden mit der ersten Rundfunksendung im heutigen Sinn weiter Rundfunkgeschichte.
    Dort war über Rundfunk nach kurzer Anmoderation Händels Largo zu hören, das auf einem Phonographen abgespielt wurde.
    Gesendet wurde aus Brant Rock in Massachusetts mit einem Funksender über eine mehr als 130 Meter hohen Antenne.
    Zum hundertsten Jahrestag veröffentlichte Deutschlandfunk Kultur einen Beitrag zum Thema:
    www.deutschlandfunkkultur.de/100-jahre-radio-102.html
  • Ebenfalls vor 125 Jahren, am 14. Dezember 1900, hielt Max Planck in Berlin einen Vortrag über die Strahlung schwarzer Körper.
    Er erklärte das merkwürdige Lichtspektrum heißer Gegenstände damit, dass das Licht als Teilchen, also Strahlungsquanten, abgegeben werden muss.
    Damit hat er die Quantenphysik begründet.
    Ohne Quantenphysik gäbe es keine Transistoren und keine Leuchtdioden.
    Und auch nicht diesen Bildschirm, auf dem Sie gerade diese Depesche lesen.
    Ein sehr interessanter und allgemeinverständlicher Artikel zur Geschichte findet sich auf dem Kulturportal schleswig-holstein.sh unter
    schleswig-holstein.sh/blog/2024/12/05/erinnerungen-an-max-plancks-leistungen-und-seine-letzten-jahre-125-jahre-sinderst-der-anfang/.
  • Vor 30 Jahren, am 18. Dezember 1995, starb Konrad Zuse in der hessischen Stadt Hünfeld mit 85 Jahren.
    Konrad Zuse schuf die erste Programmiersprache und gilt als Erfinder des Computers.
    Auf der Hompepage der Stadt Hünfeld kann man mehr zu Konrad Zuse erfahren:
    www.huenfeld.de/de/huenfeld-meine-stadt/heute-und-morgen/konrad-zuse/
    Seit wenigen Tagen, genau seit 31.12.2025 um 6:00 sendet MTV Deutschland keine Musikvideos mehr.
    Der Letzte Titel war Musique non stop von der deutschen Gruppe Kraftwerk.
    Boing – boom tschak. Vorbei ist's.
    Übrigens: Das erste Lied, das jemals mit einem Musikvideo auf einem Musik-Fernsehsender ausgestrahlt wurde, warm "Video Killed The Radio Star" der Band "The Buggles", ausgestrahlt am 1. August 1981 um 0.01 Uhr. So ist das internationale Music Television, kurz MTV, gestartet.
    Mehr dazu beim WDR unter
    www1.wdr.de/nachrichten/mtv-sender-keine-musikvideos-mehr-100.html.
    Auch die englische Version von MTV gibt es seit 1. Januar nicht mehr als reinen Musikfernsehsender.
    Letztes Lied war "Video Killed The Radio Star".
    (Für Musikinteressierte: Am Ende des Artikels unter www.dwdl.de/nachrichten/105056/mit_kraftwerk_endete_die_ra_der_musikvideos_bei_mtv befindet sich eine Playliste der letzten auf MTV Deutschland gespielten Musikvideos).

ARD Retro

Skurrile Weihnachtsgeschenke sieht man im ARD-Video vom 20.12.1965 unter
www.ardmediathek.de/video/swr-retro-report-chronik/glosse-skurrile-weihnachtsgeschenke/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIxNjMzNDY.
In Minute 0:35 wird das Stellwerk Seewald bei Friedrichshafen gezeigt.
Viel Spaß beim Schauen!


Wir wünschen allen Vereinsmitgliedern und Freunden des Elektronikmuseums ein gutes neues Jahr!

Viele Grüße aus unserem wunderbaren Museum!
Rainer Specker
Erster Vorsitzender des Fördervereins des Elektronikmuseums Tettnang e. V.