Dr. Ing. Paul Eduard Klein – vom Technikbegeisterten zum Elektronik-Visionär

Tettnang ist heute ein bedeutender Standort für Elektronik, Ausbildung und Hightech.
Dass das so ist, geht maßgeblich auf einen Mann zurück: Dr. Paul Eduard Klein – Ingenieur, Unternehmer und Visionär.

Paul E. Klein
Dr. Paul Eduard Klein

Frühe Neugier und außergewöhnliches Talent

Paul Eduard Klein wurde am 2. Dezember 1907 in Riga geboren.
Schon früh zeigte sich seine Begeisterung für Technik. Mit nur zwölf Jahren kam er als Stipendiat in ein Internat nach Potsdam.
Dort bekam er etwas, das sein Leben prägen sollte: ein eigenes kleines Labor. Hier beschäftigte er sich mit der damals neuen Disziplin Rundfunktechnik.
Mit gerade einmal 17 Jahren veröffentlichte Klein 1925 seinen ersten Fachartikel in der Zeitschrift Funk.

Studium und Einstieg in die Hochtechnologie

Nach dem Abitur 1927 studierte Klein Elektrotechnik mit Schwerpunkt Fernmeldetechnik an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg.
Parallel sammelte er Praxiserfahrung in verschiedenen Unternehmen, unter anderem bei den Deutschen Telefon- und Kabelwerken, die gerade eine automatisierte Rohrpostanlage entwickelten.
1933 begann er bei der Reichsrundfunk-Gesellschaft in Berlin-Charlottenburg. Nur ein Jahr später holte ihn der bekannte Wissenschaftler Manfred von Ardenne (1907 – 1997) als technischen Leiter in seine Oszillographen-Gesellschaft nach Köln. Diese Firma – und mit ihr Paul E. Klein – wurde 1936 von der Siemens & Halske AG übernommen.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Klein dort Vorstand des Oszillographenlabors. In dieser Zeit entstanden viele seiner Patente und Fachveröffentlichungen auf dem Gebiet der Elektronik.

Neubeginn nach dem Krieg

Nach Kriegsende arbeitete Klein bis Ende März 1946 bei Siemens in München, leitete anschließend ein technisches Büro bei der Firma Ultrakust Gerätebau und promovierte 1947 an der Technischen Hochschule München bei Prof. Meincke und Prof. Piloty im Fach Messtechnik mit der Gesamtnote "sehr gut".
1948 gründete Dr. Klein in München sein eigenes Unternehmen, die Firma Elektronenstrahl-Sichtgeräte. Ein Jahr später siedelte die Firma nach Stuttgart über und firmierte erstmals mit dem Kürzel PEK als Namensbestandteil – den Initialen von Paul Eduard Klein:
PEK – Elektronenstrahl-Sichtgeräte.

PEK Oszilloskop
Frühes Oszilloskop der Firma PEK. Ein Oszilloskop ist das wichtigste Messgerät an einem Elektronik-Arbeitsplatz: Mit ihm lassen sich elektrische Signale sichtbar machen.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit war Dr. Klein im Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) Vorsitzender des Fachausschusses "Mess- und Prüfgeräte für die Nachrichtentechnik", eine wichtige Aufgabe.
Darüber machte er als Mitbegründer und Hauptredakteur der noch heute existierenden Zeitschrift "Elektronik" einen Namen.


Autor Originaltext: Gisbert Hoffmann
Bild Portrait Dr. Klein: Familie Klein privat
Bild Oszilloskop: Rainer Specker
Kürzung mit KI-Unterstützung und Bearbeitung: Rainer Specker, mit freundlicher Genehmigung von Gisbert Hoffmann

Den vollständigen Text zu Doktor Klein finden Sie beim Tettnanger Förderkreis Heimatkunde unter www.foerderkreis-heimatkunde.de/dr-ing-paul-eduard-klein


→ Lesen Sie weiter: Wie Dr. Klein Tettnang zum Elektronikstandort machte und warum Ausbildung für ihn genauso wichtig war wie Innovation.

Historie PEK Electronic