Wachstum durch Wissen: Lehrmittel aus Tettnang und die Elektronikschule

1961 wurde das Firmengebäude erweitert.
Ausbildung war für Dr. Klein ein zentrales Anliegen.
Bereits 1956 stellte er den ersten Lehrling ein.
1961 wurde die Elektronikschule des Handwerks gegründet, wo es bundesweit die erste Ausbildung zum Elektronikmechaniker gab. Details dazu finden Sie in der Biografie Dr. Kleins.
Aus der Lehrwerkstatt entstand 1964 eine Tagestechnikerschule für Elektronik, später die Elektronikschule Tettnang.

Elektronikschule Tettnang
Elektronikschule Tettnang 2026

Das Didacta-System: Schulplatten zum Aufbau von Versuchen, um elektronische Vorgänge zu verstehen

Das Didacta-System schloss eine Lücke in der Elektronikausbildung: Modulare DIN-A4-Platten, Bauelemente und Trainingsgeräte sowie die zugehörigen Handbücher und Versuchsanleitungen waren und sind noch heute entscheidend für den Erfolg der Elektronikausbildung.

Versuch zur Digitaltechnik
Versuch zur damals aufkommenden Digitaltechnik, ca. 1965

Manche Schaltungen mussten von Schülern aus einzelnen Bauteilen zusammengestöpselt werden...

Steckbauteile
Steckbauteile für Versuche

... und müssen es bis heute: Nach wie vor darf in den Elektroniklabors der Elektronikschule die Bauteilewand nicht fehlen.

Bauteilewand in der Elektronikschule Tettnang 2026
Bauteilewand in der Elektronikschule Tettnang 2026

Aushängeschild der Firma PEK war insbesondere auch der PEK Rechentrainer - ein auf zwei Wagen aufgebautes Ungetüm aus 16 DIN A3 großen Platten, was insgesamt genau zwei Quadratmeter Fläche ergibt.

Bild des PEK Rechentrainers
PEK Rechentrainer, Beschreibung dazu

1969 stellte PEK den ersten Farbfernseh-Trainer vor.
Das muss man sich mal vorstellen: Ein kompletter Farbfernseher, aufgebaut mit Schulplatten!

Das Didacta-System erzielte bald 50 % des Gesamtumsatzes.

PEK Integromat

PEK entwickelte zahlreiche Sonderlösungen, darunter den "Integromat" zur Flächenberechnung aus Karten.

PEK Integromat
Mitarbeiter Fritz Rehm am PEK Integromat

Auf Karten wurden zu vermessende Flächen mit schwarzer Farbe ausgemalt.
Die Karte wurde anschließend auf eine große Trommel geheftet.
Während sich die Trommel in Rotation versetzte, wurden die Flächen mit einem Fotowiderstand abgetastet.
Das Signal vom Fotowiderstand, welches von den dunklen Flächen zurück kam, wurde gesammelt ("integriert").
Damit hatte man dann sehr genau die Fläche diser Stellen berechnet.
Benötigt wurde das Gerät vor allem bei Ämtern, um Grundstücksflächen auch von sehr krumm umgrenzten und verwinklelten Grundstücken zu ermitteln.

Schon in den 1960er Jahren exportierte PEK nach Europa, USA, China und Japan.

PEK-Electronic Nord GmbH und euro-instronics

1968 entstand die PEK-Electronic Nord GmbH in Lehrte.
Mit "euro-instronics" gründete Dr. Klein eines der ersten Fortbildungsinstitute für Elektronik.

Logo euro-instronics
Logo euro-instronics

Verkauf an Phywe 1973 und das Ende in Tettnang

1973 wurde PEK Electronic mit 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch die Göttinger PHYWE AG übernommen.
Bis heute gibt es dort Komponenten, welche ursprünglich mal in Tettnang entwickelt wurden. Beispiel: Eine steckbare Diode.
Das in Tettnang entwickelte Gehäuse mit den zwei 4 mm-Steckern in 19 mm Abstand heißt bei Phywe "Gehäuse G1". Vielleicht steht das für "Generation 1"?

1976 wurde der Standort Tettnang aufgelöst.


Autor Originaltext: Gisbert Hoffmann in "Von der Seide zum Sensor"
Bild Integromat: Foto Tremmel, Tettnang / Sammlung K. Neumann
Kürzung mit KI-Unterstützung und Bearbeitung: Rainer Specker, mit freundlicher Genehmigung von Gisbert Hoffmann.
Text Integromat von Rainer Specker hinzugefügt.


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