Messgeräte aller Art aus Tettnang
PEK begann mit Oszilloskopen, erweiterte sein Portfolio aber schnell um Messanlagen für nichtelektrische Größen.

Oszilloskop der Firma PEK, Typ 147, hergestellt in Tettnang
Allerlei Sondergeräte
PEK baute alles Mögliche, mit dem Geld verdient werden konnte, wie zum Beispiel eine Hochgeschwindigkeits-Funkenkamera.
Mit dieser konnten zum Beispiel Gewhrkugeln im Flug fotografiert werden, um deren Rotation beim Verlassen des Gewehrlaufs zu bestimmen.
1957 stellte das Unternehmen auf der Hannover Messe das Vielfach-Messgerät "Multiscop" vor, mit dem elektrische, thermische, physikalische und chemische Größen gemessen und gemeinsam dargestellt werden konnten.
1958 entwickelte PEK ein 300 kg schweres Blitzmessgerät für die Schweiz.
Immerhin rund 20.000 Bauteile passten da rein. Installiert wurde die 1,6 x 1,6 x 0,72 Meter große Anlage auf dem Monte San Salvatore (südlich von Lugano).
Die aufkommende Digitaltechnik führte zu neuen Impulsen in der Messtechnik.
Die Firma PEK begann mit der Entwicklung und dem Bau von Datenverarbeitungsanlagen.
Auch Steuergeräte für die Überwachung von Prozessen in Kraftwerken und in der chemischen Industrie wurden bei PEK im Geschäftsfeld "Data-Planning-System" entwickelt.
Auf einem Foto ist eine uns unbekannte eindrucksvolle Anlage zu sehen.

Bisher nicht geklärt, was das sein soll...
Verkehrsblitzer
Das erste zuverlässige Messgerät zur Geschwindigkeitsüberwachung im Straßenverkehr entstand im Tettnanger Betrieb.
In diesem ARD-Retro-video stellt der Tettnanger Entwickler Robert Buck stellt die erste Geschwindigkeitsmessanlage mit Lichtschranken vor:
Neues Gerät für Geschwindigkeitsmessung auf der Straße - 15. November 1962, SWR Retro www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/neues-geraet-fuer-geschwindigkeitsmessung-auf-der-strasse/...
Es mag heute vielleicht trivial anmuten, dass man mit Lichtschranken den Straßenverkehr überwachen kann.
Damals war es allerdings enorm aufwändig - nicht nur, dass das Messgerät nur das Licht der jeweils zugeordneten Lichtschranke sehen darf, sondern auch, dass das ganze rechtssicher funktioniert.
Eine Herausforderung war, dass die gemessene Geschwindigkeit direkt auf das Foto des Verkehrsünders eingeblendet wird.
Ein Zeitzeuge berichtet, dass Robert Buck mit einem Mann aus Österreich im Café Bärwig technische Details eines Spiegels durchsprach, mit dem di Einblendung schließlich möglich wurde.
Im Elektronikmuseum ist eine Lichtschranke der Firma PEK zu sehen mit zugehörigem "Blitzer".
Mit dem Ende von PEK gründete PEK-Mitarbeiter Erwin Münz die Firma eso, die Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Verkehrsüberwachungsgeräten übernahm.
Die eso GmbH existiert noch heute. Sie gehört inzwischen zum Schweizer Konzern Kistler, der Entwicklungs- und Produktionsstandort ist immer noch im Tettnanger Schäferhof angesiedelt.
Kistler - eso GmbH
Mehrere Erweiterungsbauten
Die Firma wurde immer wieder vergrößert, bis ein ganzer Gebäudekomplex entstand.

Firmengebäude PEK in den 1970er-Jahren
Autor Originaltext: Gisbert Hoffmann in "Von der Seide zum Sensor"
Bild des unbekannten Gerätes: Foto Tremmel, Tettnang / Sammlung K. Neumann
Bild Firmengebäude: Josef Witt
Kürzung mit KI-Unterstützung und Bearbeitung: Rainer Specker, mit freundlicher Genehmigung von Gisbert Hoffmann
Text zum unbekannten Gerät und - nach Interview Josef Witt - zur Geschwindigkeitsmessanlage von Rainer Specker hinzugefügt.
→ Lesen Sie weiter: Lehrmittel für Elektronikausbildung aus Tettnang
Auch interessant: Biografie des Firmengründers Dr. Paul Eduard Klein